Keimsprossen erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Kein Wunder, denn das schnelle Frischgemüse schmeckt gut und hält müde Bürger fit durch eine volle Ladung Vitamine. Vor allem im Winter, wenn nur noch wenig Frischgemüse zur Verfügung steht, kann man sich mit Keimsprossen von der Fernsterbank preisgünstig und vor allem vitamin- und ballaststoffreich ernähren.
Eine Vielzahl von Samen, Kernen und Körnern lassen sich auf einfachste Weise durch Vorquellen im Zimmer heranziehen – weitab
von jeder Umweltbelastung durch Schadstoffe, in reinem Wasser. Weizenkeime schmecken durch hohen Gehalt an Traubenzucker süß, Kichererbsen haselnußartig, Mungobohnen (“Grüne Soja”), Lunja, Azukis und Alfalfa wie frische Erbsen. Bockshornklee ist ein Bestandteil des Curries, Rettichsprossen sind scharf, Grünkraut aus Salatrauke schmeckt nussartig und Kresse würzig-pikant. Sehr empfehlenswert sind auch Mischungen, die man selbst komponieren kann oder die es fertig als Samenportion zu kaufen gibt.
So wird gekeimt:
Das Keimgefäß ist häufig etagenförmig aufgebaut, wobei frisches Wasser von oben nach unten rinnt (z.B. Bio-Starter, Sprossen-Box). 1-2 mal täglich wird der darauf gleichmässig verteilte Samen mit frischem Wasser angefeuchtet, bis die Keimlinge nach 2, 3 oder 6 Tagen das Verzehrsstadium erreicht haben. Ein leichter Wasserfilm genügt zum Keimen und Wachsen, bei zuviel Wasser setzt Fäulnis ein. Gebleichte, unter Lichtabschluss gewachsene Keimlinge sehen für viele attraktiver und zarter aus. Hierfür muss das Keimgefäß in einem Schrank oder unter einem Deckel abgedunkelt stehen. Mit Licht, auf der Fensterbank gekeimt, enthalten die Sprossen jedoch viel mehr Vitamin C.
Für die laufende Kultur von würziger Kresse, Brokkoli und Salatrauke auf der Fensterbank gibt es preisgünstige “Bio-Starter-Sets”. Nach Art der Hydrokultur gedeihen die Samen auf einem feinen Sieb verteilt, in einer wassergefüllten Schale, sauber, hygienisch und sehr einfach in der Anwendung. Kunststoffschalen und Siebe können immer wieder verwendet werden.