Immer noch präsentieren sich die Herbstbeete in voller Blüte, doch nach der ersten Frostnacht kann die ganze Pracht schon morgen zu Ende sein. Dann gibt es Platz für die bunten Frühjahrsblüher wie Anemonen, Krokusse, Hyazinthen, Narzissen und vor allem für die majestätischen Tulpen. Pflanzen Sie jetzt für ein grandioses Frühjahr und lassen Sie sich von den neuesten Tulpen-Trends inspirieren.
Als in Holland der “Tulpenwahn” seltsame Auswüchse trieb, waren es gestreifte und gefleckte Blüten
(die Folgen einer ungefährlichen Viruskrankheit) oder bizarr verformte Blüten wie bei den Papageientulpen, die alle Herzen höher schlagen liessen. Heute haben sich die Interessen verlagert. Besonderheiten sind eher die zarten Crispa-Tulpen mit feinsten, zarten Spitzen (Sorten: ‘Fancy Frills’, rosa, ‘Laverock’, gelb, ‘Burgundy Lace’, weinrot und ‘Blue Heron’, violett mit hellem Rand) oder elegante Kombinationen mit weiß gestreiften Blättern.
Im aktuellen Farbentrend liegt die zartrosa Sorte ‘New Design’, die durch ihre dunkelrosa Ränder einen traumhaft schönen Ton-in-Ton-Effekt ergibt. Buntblättrig sind auch ‘Esperanto’ (rosarot mit grün), und ‘Praestans Unicum’(rot).
Braun gestreift und daher auch nach der Blüte noch dekorativ sind die Fruchtstände der Botanischen Tulpen ‘Bright Gem’ (gelborange), ‘Saxatilis’ (lila mit gelbem Herz) und ‘Tangerine Beauty’ (orange).
Gleich zwei Vorteile vereinen die Tigerblatt-Tulpen in sich: exotisch braungrün gefleckte Blätter (sind schon vor der Blüte attraktiv) und angenehmen Duft. ‘Gigant Parrot’(rot) und die halbgefüllte ‘Prinzessin Charmante’ (signalrot) sind Beispiele dafür. Ganz ungewöhnlich und daher für Biedermeiersträusse besonders beliebt sind die rosa Sorten ‘Angelique’ und ‘Upstar’. Beide sind pfingstrosenartig dicht gefüllt mit kugeligen Knospen und lange haltbar.
Ein ganzes Tulpenbouquet aus einer einzigen Zwiebel
Eine Laune der Natur macht es möglich: manche Sorten bilden mehrere Blüten an einem Stiel. Diese Eigenschaft einiger Wildtulpen (Tulipa fosteriana, Tulpa turkestanica) wurde erst kürzlich in hochentwickelte Kultursorten eingekreuzt und ist seitdem ein großer Erfolg. Für Beete, in Gefässen und in der Vase ist dies ein enormer Vorteil, denn die Tulpen machen für das gleiche Geld viel mehr her. Schon mit 10-15 Zwiebeln ist ein größerer Kübel üppig bepflanzt.
Eine Zwiebel, aber bis zu 4 Blüten, damit können nicht nur die bekannte zeitige Wildtulpe ‘Praestans Füsilier’ (feuerrot) aufwarten, sondern zum Beispiel auch die mittelspäte ‘Toronto’ (lachsorange), ‘Compostella’ (karminrot mit gelbem Rand) und weitere Züchtungen.
Fotos: Kiepenkerl