Englische Gärten

Kaum ist man eingetreten, fühlt man sich schon wie zuhause. Irgendwie ist das typisch für englische Gärten. Obwohl jeder vom persönlichen Charme der Besitzer geprägt ist, geht doch vieles auf gemeinsame Grundlagen zurück. Manches ist eben anders im Lande der Gärtner.

Herzöge, Grafen und königliche Hoheiten haben zwar den Stil englischer Gartenkultur geprägt, doch auch viele Bürger haben sich nach ihr eigenes grünes Paradies stilvoll, charmant und bequem eingerichtet. Mit Leidenschaft sammeln sie Stauden-Raritäten und können sogar die Erbsen- oder Rosenkohlsorten benennen, die frisch vom Beet geerntet gerade auf dem Teller dampfen.

Foto - Stein. Englischer Privatgarten

Was unterscheidet englische Gärten von hiesigen? Die meisten ähneln einem gemütlichen Zimmer im Grünen, eingerahmt von schützenden Hecken oder Mauern. Sie sind möbliert mit wetterfesten Teakbänken und geschmückt mit Putten oder Keramik. Was alt wirkt, hat eben Charme. Algen und Moose haben deshalb Lebensrecht, Efeu wuchert an und unter den Bäumen. Was ganz neu aussieht, wird mit Sauermilch oder anderen Mitteln schnell auf “Oldie” getrimmt. Ein Gewächshaus gehört zum Standard. Hier pflegt meist der Hausherr seine Pflanzenhobbies, kultiviert Orchideen oder zieht mit Leidenschaft aus Samen und Stecklingen neue Pflanzen heran. Dabei sind die letzten Hits aus Gartenzeitschriften oder TV sehr gefragt.

Bekannt gut ist der englische Rasen - herrlich weich wie ein Teppich und entspannend beim Begehen. Wer einmal seine traumhaften Qualitäten  erlebte, wird bald quer durch den eigenen Garten  Rasenwege anlegen. Mit Fertigrasen ist das kein Problem. Der Pflegeaufwand hält sich durchaus in Grenzen, denn die Halme bleiben als Düngung liegen: das Mulchmähen hat sich in England schon lange bewährt.

Die Gärten der Insel sind durch geschnittene Hecken und Figuren meist ganzjährig grün und sehenswert. Im Sommer schäumen sie vor Farbe über. Berühmt sind die ‘Mixed Borders’, das sind Staudenrabatten, die mit niedrigen Pflanzen  beginnen und nach Wuchshöhe ansteigen. Jede Blüte kommt so optimal zur Geltung. Die bunte Vielfalt der Cottage- oder Bauerngärten weicht allerdings mehr und mehr einem durchdachten Konzept. Der “weiße Garten” nach dem berühmten Vorbild von Sissinghurst hat vielerorts Einzug gehalten, aber auch rote Gärten, blauweiße und rosa-violette sind wie bei uns “in”.