Wenn Pflanzen üppig wachsen und blühen, dann macht das Spass. Auch die Raumluft wird durch Grünpflanzen besser. Das Giessen allerdings ist für viele Pflanzenliebhaber ein Buch mit sieben Siegeln – weil man die Wurzeln nicht sieht, stehen sie mal zu feucht, mal zu trocken – wie man es macht, ist es verkehrt. Doch das muss durchaus nicht so sein: mit Hydrokultur kann man die Gewächse ganz bequem monatelang sich selbst überlassen. Vernässen und Vertrocknen sind ausgeschlossen, denn sie nehmen sich nur, was sie tatsächlich brauchen.
Dass Pflanzen nur in Erde gedeihen, ist ein lange geglaubtes Märchen. Tatsächlich breiten sich ihre Wurzeln
noch lieber im Wasser einer schwachen Nährlösung aus. Genügend Halt bietet den Wurzeln ein geschlitzter Kulturtopf, der luftig-locker mit braunen Kügelchen aus hart gebranntem und wasserabweisenden Deco-Ton gefüllt ist. Das Ganze steckt in einem schmucken Übertopf, samt Wasserstandsanzeiger. So lässt sich schon mit einem Blick erkennen, ob Wasser ergänzt werden muss. Je nach Größe der Pflanzen und Umgebung hat das Auffüllen 4-5 Wochen und der Austausch verbrauchter Nährlösung ein halbes Jahr Zeit.
Alle Zimmerpflanzen gedeihen in Hydrokultur
Natürlich gedeihen dekorative Sumpf- und Wasserpflanzen wie Papyrus- und Zyperngras, Farne und Aronstabgewächse wie die schöne Flamingoblume (Anthurium), Einblatt (Spathiphyllum), Fensterblatt (Monstera), Efeutute (Epipremnum), Dieffenbachien und Baumfreund (Philodendron) in Hydrokultur besonders gut. Das gilt auch für schwierige Vertreter der Feigen-Familie wie den bekannten Ficus benjamina, für Drachenbäume (Dracaena), dekorative Blattpflanzen wie Yucca und für Dauerblüher wie Begonien, Usambaraveilchen und Bromelien. Wer hätte gedacht, dass auch Palmen und empfindliche Orchideen in Hydro gut gedeihen? Sogar Wüstenbewohner wie Kakteen und Sonnenliebhaber wie Kräuter fühlen sich in Wasserkultur ausgesprochen wohl. Ein Grund dafür ist die viele Luft, mit der Wurzeln im steinähnlichen Substrat in Berührung kommen. Weil sie nicht nur Wasser, sondern auch viel Sauerstoff brauchen, soll man das Wasser nie bis an den Gefässrand auffüllen.
Jungpflanzen für Hydrokulturen dürfen aus Hygienegründen keine Erde enthalten. Deshalb empfiehlt sich die eigene Vermehrung im Wasserglas oder der Kauf fertiger Pflanzen im Gartencenter. Das Angebot ist groß und lässt kaum Wünsche offen. Besonders attraktiv sind fachmännisch bepflanzte Hydroschalen für Büros, Eingänge und Zimmer. Leicht kann man in repräsentiven Gefässen auch selber Pflanzideen kombinieren. Zum Auffüllen der Lücken zwischen den Pflanzen empfehlen wir keine Erde, sondern hygienisch vorteilhafte Substrate wie Blähtonkügelchen oder Seramis.