Um wieviel interessanter wird ein Garten, wenn sich zur Blätter- und Blütenpracht Düfte gesellen – zarte oder süße, aromatische, herbe oder schwere.
Das Wissen um die heilsame und anregende, sinnesteigernde Wirkung von Düften ist uralt. Ganz besonders hoch entwickelt war die “Aromatherapie” im alten Ägypten. Heute ist sie aktueller denn je. Nicht weniger dezent sind die Aromen, die von Blättern, Stengeln und Früchten vieler Würzkräuter und Blattdufter ausgehen. Meist sind solche Gerüche als Abwehrmittel gedacht, um hungrige Fresser abzuhalten. Je karger, hungriger und trockener manche Pflanzen stehen, desto ausgeprägter sind die ätherischen Öle, die sie entwickeln. Doch auch dort, wo Feuchtigkeit im Überfluß herrscht, wie bei der Pfeffer- und Wasserminze, sind ausgeprägte Aromen vorhanden.

Foto - Stein Pfingstrose
Unter den duftenden Stauden finden sich wahre Kleinode. Wahrscheinlich fallen Ihnen als erstes die Pfingstrosen (Paeonia lactiflora) ein. Die Prachtstauden, Lieblinge der chinesischen Kaiser, in einfachen und gefüllten Sorten brauchen einen durchlässigen Boden und einige Jahre ungestörtes Wachstum an sonniger oder halbschattiger Stelle. Dann erst laufen sie zur Höchstform auf. Nur die genannten Arten duften, die empfindlichen Baumpaeonien bieten dagegen nur ein prächtiges Bild.
Zart duftend und hübsch anzusehen sind Nelken, deren Vielfalt an Arten und Formen beeindrucken. Fast alle mehrjährigen Nelken duften, die heute so populären einjährigen Chinesernelken allerdings nicht. Man wählt daher für Einfassungen, Wegränder, Unterpflanzungen von Rosenbeeten und Rabatten die reichblühenden Polsternelken, die zierlichen Federnelken und die großblütigen Edelnelken.
An sonniger, trockener Stelle verströmen weiße, rosa oder gelbe Schafgarben und blauer Salbei herbe Aromen. Bartnelken sind kontrastreiche Partner. Dazu lassen sich gut silberblättriger Wermut (Artemisia-Arten) und gelbe Königskerzen mit wolligem, silbrigem Laub kombinieren. Blauer Lavendel und üppige blauviolette Katzenminze gelten als klassische Begleiter der Rosen. Ihre herben Düfte wehren Läuse ab. Beide passen auch gut zu Schwertlilien (Iris germanica).
Duftblumen aus Samen

Foto - Kiepenkerl Duftwicken "Ripple Mix"
Besonders attraktiv sind die duftenden Frühlings- und Sommerblüher, die aus Samen immer wieder neu herangezogen werden. Von den nostalgischen Farben des Goldlacks (Blüte von April-Juni), von einfachen oder gefüllten Bartnelken (Blüte von Juni-Juli) und niedrigen oder mittelhohen Levkojen (Blüte von Juni-August) kann man im Vorgarten, am Haus und im Staudenbeet als Lückenfüller nie genug haben. Auch die Ringelblume verdient in diesem Zusammenhang Erwähnung, obwohl ihr herbes Aroma nicht jedem zusagt. Sehr zuverlässig und mit honigsüßem Duft blüht der Duftsteinrich in weißen, rosa und violettroten Sorten. Einen herrlich süßen Duft verströmen auch Wicken, wie z.B. die Mischung `Ripple-Mix´.
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