Mit duftenden Lavendelblüten, Olivenbäumchen und entsprechendem Dekor aus dem Gartencenter wird jede Terrasse und jeder Balkon zum südländisch anmutenden Paradies. Überraschend viele Mittelmeerpflanzen gedeihen in Töpfen problemlos auch bei uns. ‘Mediterraner Flair für den Garten’ weiterlesen
Monats-Archiv für Juli 2010
Schon bei der Einführung der kirschrosa gesprenkelten Prachtlilie (Lilium speciosum rubrum) aus Japan durch den Würzburger Arzt und Botaniker Siebold (1830) waren die Schönheiten aus fernöstlichen Ländern eine echte Sensation. In der Londoner Society wurden 1862 die ersten blühenden Exemplare der grossblütigen Goldbandlilie (Lilium auratum) oder 1903 der Königslilie (Lilium regale) begeistert gefeiert. Doch nicht nur die Attraktivität der herrlichen Blütenfarben sondern auch ihr wunderbar süßer Duft ist bis heute entscheidend für den Lilien-Enthusiasmus. Allerdings duften längst nicht alle Lilien.
Fündig wird man bei den prächtigen Orient-Hybriden (Lilium-Auratum-Hybriden), einer Klasse, an der neben der Goldbandlilie (L. auratum) auch die Prachtlilie (L. speciosum) beteiligt sind. Standardsorten wie die dunkelkirschrote ‘Star Gazer’, ‘Mediterranea’ (dunkelrosa), ‘Sierra Nevada’(weiß mit Gelb) oder die zartrosa ‘Muscadet’ zeichnen sich aus durch robustes Wachstum, Duft und sehr große Blüten. Wahre Duftschleudern sind auch die trichterförmige weiße Madonnenlilie (L. candidum) mit Blüte im Juni-Juli zur Rosenzeit und die weiß-gelbe Königslilie (L. regale) aus China. Beide sind bewährte und schöne Bauerngartenblumen.
Mit langen Blütenschlünden, kräftigem Wuchs (150 cm) und starkem Duft warten die Trompeten- oder Trichterlilien auf. Ursprünglich aus China, blühen Sorten wie ‘African Queen’ (orangegelb) oder ‘Pink Perfection’ (dunkelrosa) gleich büschelweise. Während diese Lilienklasse unbedingt Halt durch hohe Stöcke braucht, kommen die nur 80 cm hohen, standfesten, meist weißen Longiflorum-Hybriden ohne Stützen aus. Im Freiland blühen sie im August. Den Abschluß im Gartenjahr (August bis Oktober) bringen die japanischen Prachtlilien (L. speciosum rubrum). Bis zu 20 zartrosa Blüten mit dunkelrosa Flecken gruppieren sich an einem drahtigen, 60-80 cm hohen Stiel. Ihr Duft ist zart, angenehm süß und nicht aufdringlich. Deshalb wird sie gerne auch in Töpfen kultiviert.
Auf den richtigen Standort kommt es an
Pflanzen Sie Lilien in Gruppen (Abstand ca. 30 cm), niemals einzeln, denn das Single-Dasein bekommt ihnen nicht. Die meisten Sorten ziehen sandig-anlehmige Böden und Waldrandbedingungen, also viel Humus und Halbschatten, vor. Eine gute Handvoll Hornspäne oder organischen Dünger im Frühjahr gestreut und eingearbeitet genügt den Pflanzen als Nahrung. Auf schweren Böden sollten Sie für guten Wasserabzug sorgen, denn bei stauender Nässe faulen Wurzeln und Zwiebeln leicht. Pflanzen Sie deshalb auf kleine Hügel und betten Sie die schuppigen Zwiebeln 12-20 cm tief in eine Schicht aus lockerer Erde, Kompost oder käuflichem Humus und Sand. Pflanzzeit ist das zeitige Frühjahr, auch im späten Herbst kann man die durch Austrocknen gefährdeten Zwiebeln in den Boden bringen. Nur die weiße Madonnenlilie wird schon gleich nach ihrer Blüte im August gepflanzt und 1 cm hoch bedeckt. Noch vor dem Winter treibt diese Art frostharte Blätter. Alle anderen Lilien brauchen etwas Winterschutz (Laub, Reisig) und bringen erst im Frühling ihre glänzend grünen, saftigen Blätter hervor.
Lilien kann man in unseren Gartencentern bereits blühend in Töpfen kaufen oder ab August Lilienzwiebeln zum Pflanzen. Wer den Duft gern hautnah erleben möchte, pflanzt die fleischigen Zwiebeln zu 3 oder 5 Stück in Töpfe und bringt das Arrangement in die sommerliche Wohnung oder auf die Terrasse, um sich an den tropischen Aromen zu erfreuen.
Erst mit dekorativen Gefäßen erhalten wertvolle Pflanzenschönheiten den passenden Rahmen. Die Auswahl an Materialien und Farben ist dabei sehr groß – ob Terrakotta, glasierter Ton, Zink, Rattan oder Kunststoffgeflecht, erdfarben oder in modernem Terrazzo-Anthrazit. ‘Tipp: Dekorative Töpfe für Kübelpflanzen’ weiterlesen